Munterer Mundart-Abend
im Wolfer Kirchsaal

Wolf. Zu einer Mundart-Lesung hatte die Kirchengemeinde Wolf in ihren Kirchsaal eingeladen, und Hausherr Pfarrer Ingo Seebach freute sich, annähernd 50 Gäste begrüßen zu können. Aus Wolf, Traben-Trarbach und anderen Orten waren Freunde des Moselfränkischen gekommen, um der Lesung von Heimautor Werner Arbogast zu lauschen.

Gute Laune beim heiteren Mundart-Abend. Heimatautor Werner Arbogast freute sich über die musikalische Unterstützung von Elisabeth Kranz (links) und Bärbel Servazi von der Gruppe »Moselstolz«. Foto: Gerda Knorrn-Belitz

»Es war immer schon mein Wunsch, hier meine Stückelcher zu erzählen«, sagte Arbogast, der in Ediger-Eller lebt, aber in Wolf zur Schule ging und später nach Trarbach übersiedelte. Fünf Bücher hat der Heimatfreund bisher herausgebracht. Humorvoll schildert er in erlebten und gesammelten Geschichten viele Begebenheiten aus Moselorten und charakterisiert ihre Bewohner. »Sie sind etwas keltisch-schlitzohrig, ein wenig germanisch-wild, auch römisch-gesellig, manchmal sogar französisch-leichtsinnig, aber auch preußisch-rechthaberisch«.

Ein munterer kurzweiliger Abend erfreute die Gäste, und es wurde viel gelacht. Für die musikalische Unterhaltung sorgte die Gruppe »Moselstolz« aus Ellenz-Poltersdorf. Sängerin Regina Fuhrmann war leider erkrankt, aber ihre Kolleginnen Elisabeth Kranz und Bärbel Servazi, die auch Gitarre spielte, begeisterten mit ihren Liedern auch als Duo. »Mir schwätze Platt«, haben sie sich auf die Fahne geschrieben. »Für uns ist es etwas ganz besonderes, hier zu singen«, sagten die beiden, die ihre Lieder selbst schreiben und »richtig viel Spaß dabei haben«.

Mit Spaß und Lust war auch Werner Arbogast bei der Sache, der die meisten Geschichten frei vortrug und für Erheiterung im Saal sorgte. Von Erlebnissen aus seiner Wolfer Schulzeit mit getrennten Schulhöfen für Jungen und Mädchen über seine Lehre zum Fleischermeister, der Ausbildung zum Finanzbeamten bis zur Tätigkeit als Berufsschullehrer zog sich der heiter-literarische Bogen im perfekten Wechsel mit den beiden Sängerinnen, die unter anderem die Wingertsarbeit und die Walnussjagd beschrieben, das schöne Beilstein besangen und ihren Vortrag mit dem moselländischen Segensgruß beschlossen.

Ein rundum gelungener kurzweiliger Abend, der nicht nur den Gästen, sondern auch den Akteuren viel Freude gemacht hat. »Es war richtig nett bei Euch in Wolf«, sagten Bärbel Servazi und Elisabeth Kranz, und auch Werner Arbogast ist es an diesem Abend gelungen, seine Begeisterung für das Moselfränkische ans Publikum weiterzugeben.

  • Gerda Knorrn-Belitz