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Von 1478 bis 1560 lebten die „Kogelherren“ in Wolf. Gut 80 Jahre, in denen der Kirchenkeller entstand und das Wolfer Kirchengut. Der letzte Kogelherr war der erste Pfarrer der lutherischen Kirchengemeinde Wolf. Grund genug für die AG Wanderwege des Bürgervereins Wolf, den Wolfer Kogelherren einen 15 km langen Wanderweg zu widmen, der über 240 Höhenmeter führt und Teil der Mosel-Erlebnisroute ist. Am Samstag, den 27.09.2008 wurde der Kogelherrenweg offiziell eingeweiht.
Die Einweihung begann mit einer Wanderung, die in Wolf an der Tourist-Info startete. Edgar Langen konnte bei strahlendem Sonnenschein 35 hoch motivierte Wanderinnen und Wanderer begrüßen.
Reinhold Höffken übernahm die Leitung der Wanderung. Nach einem steilen Anstieg durch die Wolfer Golgrube folgte die Route durch die Kröver, dann die Kinheimer Weinberge. Auf dem Rastplatz in Kindel konnten sich alle noch einmal stärken, bevor es auf Waldwegen dann zur Kluckertsbach-Klamm ging. Von dort aus war es dann nicht mehr weit bis zum Wolfer Kloster. Oberhalb des sog. „Felssturzes“ konnte noch einmal eine wunderbare Aussicht über die sonnenbeschienenen Weinberge und die Mosel genossen werden.
Pfarrer Ingo Seebach erzählte in den Pausen der Wanderung einiges aus der Geschichte der Kogelherren. Hinter dem Namen „Kogelherren“ verbarg sich die Bewegung der Brüder vom Gemeinsamen Leben. Ihren volkstümlichen Namen hätten sie von ihrer Kopfbedeckung, der Kugel oder Cuculla erhalten. Die Wolfer Kogelherren hatten in ihren ersten Jahren mit bitterer Armut, teilweise auch mit Feindseligkeiten zu kämpfen gehabt. Einem ihrer Äbte aber gelang es, durch geschickte Verhandlungen die oftmals geforderte Kirche vor Ort zum gemeinsamen Projekt von Kirche und Kommune zu machen: Die Wolfer bauten die Kirche und kamen so zu dem schmerzlich entbehrten Gottesdienst in Wohnortnähe. Die Kogelherren bauten den Keller und gewannen so eine Möglichkeit, durch Wein ihr Einkommen aufzubessern. Die Vereinbarung von damals ist heute noch die Basis für das Kirchengut und die Kirchengemeinde.
Nach knapp fünfstündiger Wanderung kam die Gruppe dann am Wolfer Kloster an. Dort wartete schon ein kleiner Imbiss mit allerlei moseltypischen Speisen und Getränken auf die Wanderinnen und Wanderer.
Damit begann dann auch die offizielle Stunde, zu der Edgar Langen Stadtbürgermeisterin Pönninghaus aus Traben-Trarbach, Ortsbürgermeister Trossen aus Kröv und Verbandsgemeinde-Bürgermeister Weisgerber begrüßte. Heide Pönninghaus brachte ihre Freude zum Ausdruck, dass der Kogelherrenweg fertig gestellt sei und wünschte allen Wanderinnen und Wanderern viel Freude auf diesem Teil der Mosel-Erlebnis-Route. Ulrich Weisgerber erklärte, dass sich das europäische Leader-Plus-Programm zum Ziel gesetzt habe, nach dem Bottom-Up-Prinzip lokale Initiativen zu ermutigen und regional zu vernetzen. Elmar Trossen freute sich darüber, dass die Zusammenarbeit für den neuen Wanderweg über die Kommunalgrenzen hinweg so gut funktioniert habe. Die kleine Feierstunde schloss mit dem Wunsch, dass der Kogelherrenweg dazu beitragen möge, Grenzen zu überwinden und Menschen zusammen zu führen.
Von : Bürgerverein Wolf e.V., Pfarrer Ingo Seebach |